joensson.net

Foto © A. Joensson

Suchmaschinen-Optimierung

Webseiten sind Mittel zum Zweck

Sie wollen mit Ihrer Webseite potenzielle Kunden ansprechen. Sie wollen Produkte verkaufen oder die Besucher für Ihre Dienstleistung interessieren. Sie wollen genug Umsatz durch Ihre Webseiten erzielen, um nicht nur das investierte Geld wieder herein zu holen.

Erste Bedingung: Ihre Seiten müssen zugänglich sein für Suchmaschinen, die Webseiten anders "sehen" als Ihr Browser. Zweite Bedingung: Ihre Seiten müssen auf einem hohen Rang gelistet werden. Erst dann wird Ihr Angebot entdeckt und konkurriert mit anderen.

Im Ozean der Information

Das Netz: Ein Meer von Daten, in dem sich zudem unschiffbare Gebirge von Infomüll auftürmen. Google erfasste seit Ende 2004 nach eigenen Angaben über acht Milliarden Webseiten, Alltheweb (gibt es längst nicht mehr) wurden drei bis vier Milliarden nachgesagt, als Bing online ging, waren Ergebnis-Zahlen schon wieder irrelevant; Google entfernte zum siebenten Firmenjubiläum Ende September 2005 die bis dahin auf der Startseite angezeigte Zahl von ca. 8,2 Milliarden durchsuchten Dokumenten; 2014 waren lange schon keine Zahlen mehr zu hören. Ohne Suchmaschinen wäre es aber ziemlich unmöglich, überhaupt gezielt etwas im Netz zu finden.

Eine frisch aufgesetzte Seite wird selbst mit wenig Unterstützung innerhalb Tagen oder Wochen besucht und gecrawlt (vom Suchmaschinen-Bot erfasst). Einmal etabliert, was nach Angaben im Netz drei bis sieben Monate dauern kann, und gelegentlich aktualisiert, wird eine solche Seite evtl. mehrmals wöchentlich zum Ziel des Besuches von "Googlebot" und zahlreichen anderen Bots, die angesichts ihrer Abfragefrequenz und ihres oft rücksichtslosen Verhaltens auf einem Server zur Plage werden können. Marktführer unter Suchenden in Deutschland ist Google mit einem Anteil von ca. 90 % (2014) an den Suchabfragen und ca. 70 % an den weltweiten. Wie schafft man es, in den Suchmaschinen zu erscheinen?

Gefunden werden

Seiten, die gefunden werden sollen, müssen für die Suchmaschinen auch auffindbar sein. Werden sie in Frames gesteckt, sinkt die Chance: Einem "normalen Link" nach dem Muster <a href="xy.htm"> folgen die Suchprogramme der Suchmaschinen beim Erstellen ihrer Verzeichnisse, einem Frameverweis wie <frame src="xy.htm"> folgen nicht alle. Zumindest im noframe-Tag in der Frame-Steuerdatei sollte ein Zugang zu einer Übersichtsseite ("Sitemap") gelegt werden; alle Seiten sollten Verknüpfungen bieten, um nicht als verwaistes Fragment einer Suchmaschinen-Abfrage zu enden.

In "normalen" Branchen mit vier- bis fünfstelligen Trefferzahlen je Schlagwort reicht es meist bereits, auf ein sorgfältiges inhaltliches Angebot und eine gute Gestaltung zu achten. In anderen Branchen ist damit kein Blumentopf mehr zu gewinnen: Die Eingabe des Begriffes "webdesign" bei Google lieferte Anfang 2005 z. B. 22,7 Mio. Treffer, 2014 lag die Zahl bei 34 Mio. Treffern.

Inhalt geht vor?

Es gibt viele Möglichkeiten zum "spamdexing", d. h., eine Seite zu bestimmten Schlagworten in die Suchmaschinen-Listen zu bringen, ohne etwas zum Thema anzubieten. In der Frühzeit des Netzes waren die meta-Tags im Kopfbereich der Dateien ein Mittel dazu: Sie enthalten u.a. Informationen für Server und Suchmaschinen, werden bei der Darstellung im Browser jedoch nicht selbst angezeigt. Viele Suchmaschinen beachten diesen Bereich heute kaum mehr, sie orientieren sich am tatsächlich anzuzeigenden Inhalt.

nach obennach oben

Manche Autoren hängen immer noch endlose Listen von relevanten Schlagwörtern ohne jeden Zusammenhang irgendwo in ihre Angebote ein: "Kraftfutter für die Suchmaschinen" nannte das einer, und es funktionierte. Betrogen wird damit der Besucher, dem ein nicht existierender Inhalt einer Seite vorgegaukelt wird. Die Fähigkeiten der Suchmaschinen sind aber nicht stehengeblieben, solche "Tricks" fallen haute auf.

Google Page Rank

Google verwendet als weitere Methode für das Ranking die Häufigkeit von Links, die von anderen Seiten auf die jeweils zu erfassende Seite verweisen. Die Links werden danach ausgewertet, wie wichtig die verweisende Seite selbst ist: Existieren auf einer Reihe als wichtig gewerteter Seiten Links zu einer anderen, so steigt letztere in der Bedeutung, die Google ihr u. a. im Page Rank (PR) beimisst.

DMOZ

Ob dagegen langfristig ein Kraut gewachsen ist, bleibt fraglich. So lange hilft nur, selbst Seiten zu bieten, die ernst genommen und anderswo verlinkt werden, und natürlich als Grundbedingung und nur in beschränktem Maße die Anmeldung bei Suchmaschinen und Verzeichnisdiensten. Wichtige Quelle: Das chronisch überlastete, weil ehrenamtlich gepflegte Open Directory Project, auch DMOZ genannt, das von vielen Suchdiensten als Grundlage verwendet wird.

DMOZ bedeutet "Directory Mozilla", da dieser Katalog von Netscape alias Mozilla übernommen wurde, kurz bevor AOL Netscape übernahm, um bald darauf selbst mit Time Warner zu fusionieren, was auch schon längst wieder Geschichte ist. Spätestens seit AOL auf den Plan trat, ließ die Bedeutung dieses Projektes mit über 4 Mio. verzeichneten Websites nach. Auch Nutzerstatistiken deuten darauf hin, dass DMOZ seinen Zenit überschritten haben könnte. Die englische Wikipedia-Version bietet einen Artikel dazu.

Struktur

Von weiteren Suchmaschinen wird berichtet, dass sie auch Datei- und Verzeichnisnamen als Anhaltspunkte auswerten. Manche unterscheiden, ob zwei Wörter im Dateinamen per Bindestrich ( - ) oder Underscore ( _ ) getrennt werden: Nur mit ersterem gelten sie als zwei Wörter. Manche Dienste verlangen Geld für den Eintrag ins Verzeichnis, was man sich in den meisten Fällen sparen kann.

nach obennach oben