Freitag, 9. Mai 2008, 14:52:25 

Kommunikation

Die Suchmaschine Google kennt vielfältige Definitionen für den Begriff "Kommunikation". Die ausgeprägte Fähigkeit zur Kommunikation, zur Mitteilung von Inhalten auf vielerlei Kanälen, ist eine augenfällige Eigenschaft des Menschen. Kommunikation ist ein Werkzeug und als solches zunächst wertfrei, sie hat also weder positive noch negative Eigenschaften. Kann das Werkzeug für die Werke seines Nutzers?

Journalismus und Public Relations (PR) sind als zwei Formen gesellschaftlicher Kommunikation gerade in ökonomisch krisenhafter Zeit gelegentlich schwer unterscheidbar, obwohl das Ideal journalistischer Unabhängigkeit anderes verlangt:

  • Journalismus beansprucht Unabhängigkeit: siehe auch den offiziellen Pressekodex des Deutschen Presserates.
  • PR werden von der Dt. Public Relations Gesellschaft (DPRG) dagegen als "Auftragskommunikation" definiert. Auch hier gibt es jedoch Kodizes, z.B. den "Kodex von Lissabon".

Meinungsfreiheit, Meinungsbildung, Meinungsmache? Der "wahre" Journalismus orientiert sich gern an aufklärerischen Idealtypen wie den US-amerikanischen Watergate-"Investigatoren" Woodward und Bernstein. Doch gibt es ebenso genug Gegenbeispiele nicht nur aus totalitären Verhältnissen, in denen Gleichschaltung und Propaganda eher zur Desinformation führ(t)en.

Dass Journalismus auch eine wirtschaftliche Aktivität ist, erschließt sich spätestens bei Beobachtung eines redaktionellen Alltages. Das kann schnell zum Verlust der beanspruchten Unabhängigkeit führen. Gerade viele "freie" Journalisten bewegen sich real am Rande des Existenzminimums: Wie förderlich das für eine unabhängige Berichterstattung oder auch nur für eine intensive Recherche zum jeweils aktuellen Thema sein mag, bleibt der Vorstellung überlassen ... Journalismus ist im besten Sinne eine Dienstleistung am Leser, die ihn mit den nötigen und unabhängigen Informationen zur Meinungsbildung versorgt.

PR wird gern definiert als "Management von Kommunikation". Da Public Relations im Auftrage ausgeführt werden, kann Unabhängigkeit nicht erwartet werden. Wer jedoch PR als reine Vermittlung eines Images oder als "Werbung" und also mehr als Schein denn als Sein versteht, liegt falsch. "Lügen haben kurze Beine", weiß der Volksmund; irreführende PR kann mehr Schaden als Nutzen vermitteln. Tatsächlich versucht gute PR vor allem mehr herauszufinden über die Erwartungshaltung der Adressaten, um so möglichst genau auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können. Das erfordert oft eine konsequente Orientierung an Zielgruppen, und zwar sowohl an ihren Bedürfnissen, wie auch z.B. an ihrer Sprache.

Deshalb unterliegen Journalismus wie PR einer grundlegenden Bedingung:

Eine Information kann erst dann erfolgreich und im gewünschten Sinne wirken, wenn sie nicht nur übermittelt, sondern beim Empfänger auch empfangen und verstanden wurde.

Diese Grundbedingung hat besonders große Bedeutung in der Gestaltung von Informationsangeboten im Netz: Was nützt z.B. ein toll gestalteter, informativer Flash-Film, wenn der Besucher einer Website das nötige Programm zum Abspielen nicht hat? Was nützt die "Optimierung" von Webseiten auf einen bestimmten Browser, wenn der potenzielle Kunde, der einen Auftrag oder eine Bestellung loswerden will, einen anderen Browser nutzt und gar nicht zu den gesuchten Informationen durchdringen kann?

Weitere Seiten zu diesem Themenbereich werden gelegentlich vorbereitet.

Dies Dokument: http://joensson.net/kommunikation/index.shtml
Letzte Änderung: 03. March 2006, 14:52:17